BERND Gruber

#03 Atelier Gespräch München

München, 17. September 2026 – Über Stadt, Menschen und verantwortungsvolle Entwicklung

 

Was bedeutet Verantwortung, wenn man nicht nur ein Gebäude, sondern ein ganzes Stadtquartier entwickelt? Beim jüngsten Atelier-Gespräch der Reihe „Die Erfahrung des Echten“ sprach Philipp Hoflehner mit Projektentwickler René Reif über MAIN YARD in Frankfurt – und darüber, wie verantwortungsvolle Immobilienentwicklung einen Ort, seine Menschen und sein Umfeld zusammen denken kann. 

Ein Quartier ist mehr als die Summe seiner Gebäude

 

Nach den Gesprächen mit Oliver Jahn und Markus Riedel führte Bernd Gruber die Reihe „Die Erfahrung des Echten“ im Atelier München fort. Dieses Mal stand eine Disziplin im Mittelpunkt, deren Wirkung weit über einzelne Gebäude hinausgeht: die Projektentwicklung.

 

Zu Gast war René Reif, Projektentwickler und Experte für Real Estate Finance. Mit seinem Unternehmen, der OrT Group, entwickelt er im Herzen Frankfurts MAIN YARD – ein gemischt genutztes Stadtquartier im Allerheiligenviertel. 

 

Der Ort selbst ist Teil der Aufgabe. Das Allerheiligenviertel blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und befindet sich heute in einer tiefgreifenden Transformation. MAIN YARD verfolgt dabei nicht den Anspruch, einen abgeschlossenen neuen Kosmos zu schaffen, sondern einen Teil Frankfurts weiterzuentwickeln und Historie mit neuen Perspektiven zu verbinden. 

Stadt entsteht zwischen den Häusern

 

Auf rund 55.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche entstehen Wohnungen, Hotels und Apartments, Gastronomie, Handel, Grünflächen und unterschiedliche Mobilitätsangebote.

 

Herzstück ist der rund 140 Meter lange Städelshof – eine verkehrsfreie Promenade mit Grünflächen, Gastronomie, Handel und konsumfreien Bereichen für Aufenthalt und Begegnung. Dachgärten, begrünte Flächen sowie Bereiche für Kunst und Veranstaltungen ergänzen das Konzept. 

 

Doch entscheidend ist weniger die Summe einzelner Nutzungen als die Frage, wie Menschen diesen Ort künftig erleben.

 

Im Gespräch mit Philipp Hoflehner wurde deutlich, dass Projektentwicklung für René Reif bedeutet, tradierte Vorstellungen zu hinterfragen und unterschiedliche Lebensformen, Bedürfnisse und zukünftige Entwicklungen mitzudenken. MAIN YARD versteht seine Entwicklung deshalb als offenen Prozess: Ideen dürfen geprüft, verändert und weiterentwickelt werden.

Verantwortung zeigt sich im Kontext

 

Wie bleiben Gemeinschaften erhalten? Wie können bestehende Qualitäten weitergeführt werden? Und wie lassen sich neue Strukturen schaffen, ohne den Charakter eines Ortes zu verlieren?

 

Diese Fragen betreffen nicht nur Architektur und Städtebau. Sie berühren gesellschaftliche, ökologische und kulturelle Aspekte gleichermaßen.

 

Bei MAIN YARD zeigt sich dieser Anspruch unter anderem in begrünten Fassaden und Dachgärten, Regenwassernutzung sowie in Lebensräumen für Vögel, Fledermäuse und Insekten. 

Wenn sich das Neue selbstverständlich anfühlt

 

Eine besondere Qualität entsteht dort, wo das Neue nicht wie ein Fremdkörper wirkt.

 

Im Allerheiligenviertel arbeiten Architekten, Fachplaner, Kreative, Studierende und lokale Experten gemeinsam daran, einen Ort zu schaffen, der sich selbstverständlich in die Stadt einfügt und zugleich neue Impulse setzt. René Reif formulierte diesen Anspruch beim Richtfest von MAIN YARD sehr persönlich: Für ein Projekt dieser Größenordnung brauche es neben Planung und starken Nerven vor allem Liebe für die Menschen und den Ort. 

 

Für Bernd Gruber liegt darin eine direkte Verbindung zur eigenen Arbeit.

 

Auch Innenarchitektur beginnt nicht mit einer formalen Idee, sondern mit dem Verständnis für Menschen, ihre Bedürfnisse und den Kontext, in dem ein Raum entsteht.

 

Ob Quartier, Gebäude oder Interieur: Entscheidend ist nicht nur, was geschaffen wird, sondern für wen und mit welcher Haltung. 

Die Erfahrung des Echten

 

Genau hier setzt die Eventreihe von Bernd Gruber an. Sie bringt Menschen und Disziplinen zusammen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen mit Gestaltung, Verantwortung und Lebensqualität beschäftigen.

 

Der Abend mit René Reif zeigte, dass Immobilienentwicklung mehr sein kann als die Realisierung von Gebäuden. Sie kann bestehende Strukturen weiterentwickeln, neue Möglichkeiten eröffnen und einem Teil der Stadt eine neue Perspektive geben.

 

Vielleicht beginnt die Erfahrung des Echten genau dort, wo aus Fläche Raum wird, aus Gebäuden ein Quartier – und aus Planung ein Ort, den Menschen zu ihrem eigenen machen. 

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